5. Mai 2026
«Ich hatte noch nie das Gefühl, arbeiten gehen zu müssen»
Seit über 20 Jahren arbeitet Patrizia Schaufelberger in den Heimen Kriens. Im Lindenpark begleitet sie Menschen durch ihren Alltag und erlebt dabei die Nähe und Verantwortung, die der Pflegeberuf mit sich bringt. Für sie steht fest: Im Zentrum steht der Mensch.
Es ist kurz nach sieben Uhr an der Schachenstrasse 9 in Kriens. Noch ist es ruhig auf dem Gang der Bewohnerwohngruppen im Lindenpark. Im Teamraum läuft der Rapport: Wer begleitet heute welche Bewohnergruppe? Wer braucht besondere Aufmerksamkeit? Die Aufgaben verteilt das Team gemeinsam. Kurz darauf startet der Tag – mit Frühstück vorbereiten und vor allem mit Zeit für die Menschen.
Vom Praktikum zur Pflegefachfrau HF
Mittendrin: Patrizia Schaufelberger. Und obwohl die Tage selten gleich verlaufen, gibt es etwas, das konstant geblieben ist: ihre Motivation. «Ich habe mir nie überlegt, den Beruf zu wechseln», sagt sie. «Ich hatte noch nie das Gefühl, arbeiten gehen zu müssen.» In die Pflege fand Patrizia als junge Mutter. Drei kleine Söhne, Verantwortung zu Hause – und gleichzeitig der Wunsch nach einem sinnstiftenden Beruf. Nach ihrer Ausbildung zur Assistentin Gesundheit und Soziales EBA arbeitete sie zuerst in der Nachtwache – obwohl sie, wie sie schmunzelnd sagt, «eigentlich keine Nachteule» ist, aber es war die beste Lösung, um Familie und Beruf zu verbinden.
Von Anfang an war für Patrizia klar, dass sie beruflich vorankommen möchte. Schritt für Schritt ging sie ihren Weg. Bald wird sie ihren Abschluss zur diplomierten Pflegefachfrau HF erreichen. Dass sie im Beruf geblieben ist, hat einen einfachen Grund: «Ich habe schon im Praktikum gemerkt, dass es meines ist.»
Pflege heisst: Menschen wahrnehmen
Der Alltag im Lindenpark entsteht im Miteinander. Mitarbeitende und Bewohnende gestalten ihn gemeinsam, jeden Tag. Pflege heisst für viele: Medikamente, Verbände, Routinen. Für Patrizia ist das nur ein Teil. «Der grösste Teil ist die Begleitung und Betreuung der Menschen», sagt sie. Sie achtet auf Veränderungen. Auf die kleinen Dinge. Wenn jemand plötzlich stiller ist. Weniger isst. Oder einfach einen Moment braucht. Oft hilft es schon, sich Zeit zu nehmen. Oder gemeinsam zu lachen. Humor hilft – auch in schwierigen Situationen. Wenn Patrizia sieht, dass sich durch eine kleine Intervention etwas verbessert, bedeutet ihr das viel.
Was bleibt, sind Beziehungen
Im Lindenpark endet die Beziehung zu Angehörigen oft nicht mit dem Tod eines Bewohnenden. Viele Angehörige kommen weiterhin vorbei, suchen das Gespräch und bleiben in Kontakt «Das zeigt mir jedes Mal, wie eng die Beziehung war», sagt Patrizia. Angehörige spielen in den Heimen Kriens eine wichtige Rolle. Sie kennen die Lebensgeschichten ihrer Liebsten und werden einbezogen. Manche Angehörige bleiben so verbunden, dass sie sich später als freiwillige Helfende in den Heimen Kriens engagieren.
Auch das Team trägt sich gegenseitig. Viele Mitarbeitende arbeiten seit Jahren zusammen, unterstützen sich im Alltag und tragen sich durch anspruchsvolle Phasen. «Natürlich gibt es auch bei uns schwierige Situationen, aber wir entwickeln uns gemeinsam weiter», sagt Patrizia. Und genau dieses Miteinander macht den Unterschied. So überrascht es auch nicht, als sie sagt: «Für mich ist das hier nicht nur mein Arbeitsplatz, sondern meine Arbeitsfamilie.»
Pflege erleben statt nur darüber sprechen
Die Heime Kriens öffnen ihre Türen für Menschen, die sich für die Langzeitpflege interessieren. Ob Praktikum, Ausbildung oder Quereinstieg – wer wissen will, wie sich der Beruf wirklich anfühlt, kann den Alltag vor Ort miterleben. Schreib uns an: schnuppern@heime-kriens.ch – wir freuen uns auf dich!
Denn eines zeigt die Erfahrung von Patrizia Schaufelberger deutlich: Pflege versteht man erst, wenn man sie selbst erlebt.