19. Januar 2026
Hörfähigkeit gezielt aktivieren und erhalten
Wie lässt sich das Gehör im Alter aktivieren, trainieren und langfristig erhalten? Dieser Frage widmete sich eine Forschungsgruppe der Hochschule Luzern gemeinsam mit der Abteilung Freizeitgestaltung der Heime Kriens. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds.
Erkenntnisse aus Psychologie, Neurowissenschaften, Hörphysiologie und Akustik zeigen, dass sich die Hörfähigkeit gezielt fördern lässt – und dass insbesondere ältere Menschen davon profitieren können. Dennoch sind hörpädagogische Ansätze für diese Altersgruppe bisher kaum erforscht.
Dank der Förderung durch den Schweizerischen Nationalfonds entwickelte die Forschungsgruppe der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit der Musikgeragogin der Heime Kriens neue Hör- und Klangübungen. Diese wurden direkt im Heimalltag erprobt. Ziel des Projekts war es, Zuhören als aktive und kreative Fähigkeit zu stärken.
Ungewohnte Klangerfahrungen trainieren das Gehör
Die Angebote richteten sich an alle Bewohnerinnen und Bewohner – unabhängig von ihrer musikalischen Vorerfahrung. In den Übungen wurden beispielsweise Musikrätsel am Klavier gespielt und gesungen, Erinnerungen an Geräusche aus der Kindheit wachgerufen, Klänge grafisch festgehalten oder Musik mit Alltagsmaterialien wie Steinen und Laub erzeugt. Solche ungewohnten Klangerfahrungen regen das aktive Hören an, halten die Stimme beweglich und eröffnen kreative Ausdrucksmöglichkeiten.
Ein offenes Umfeld für neue Impulse
Dass in den Heimen Kriens bereits viel und vielfältig gesungen und musiziert wird und gleichzeitig eine grosse Offenheit für Neues besteht, erwies sich als ein grosser Vorteil. Dies betont auch Dr. Patricia Jäggi, Co-Leiterin des Projekts «Zuhören als Intervention». Die enge Zusammenarbeit mit den Forschenden bereitete den Bewohnenden grosse Freude. Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen selbstverständlich in die weitere musikalische Arbeit der Heime Kriens ein.
In einer Übung erinnerten sich die Teilnehmenden an ein Geräusch aus ihrer Kindheit. © Christof Schürpf