28. Oktober 2021

Pflegewohngruppe Adagio –
ein gutes Angebot für ältere Menschen

Seit Januar 2021 verbindet die Pflegewohngruppe Adagio ein selbstbestimmtes Leben im Alter mit einer 24-stündigen Betreuung und Pflege für Menschen mit einer mittleren bis schweren Pflegebedürftigkeit – in einer überschaubaren, familienähnlichen Wohn- und Lebensform. 

Blanca Smania-Brun ist als dritte Bewohnerin in die Pflegewohngruppe Adagio eingezogen und erzählt Bart Staring, Pflegedienstleiter Heime Kriens, wie sie sich im Alltag bewegt und wie sie es erlebt.

Blanca Smania-Brun: "Ich bin einfach nur überrascht und begeistert, wie schön und gut es im Alter hier zum Leben ist. Anfänglich war ich nicht so begeistert zu hören, dass ich im Schweighofquartier ein Angebot hatte.  Ich als Krienserin, im Dorfkern aufgewachsen und gut integriert mit allen vertrauten sozialen Kontakten. Ich hatte in erster Linie gehofft, dass ich auch im Zentrum bleiben könnte. Diese Gedanken waren in erster Linie etwas enttäuschend, gefühlsmässig ist man weit weg vom Zentrum. Ich habe diese Möglichkeit mit einer positiven Einstellung entgegengenommen und mich damit auseinandergesetzt. Der erste Eindruck im Adagio war einfach gut und hat mich überzeugt. Die Infrastruktur, die grosszügigen Zimmer – das war ab dem ersten Moment gut und ich war begeistert. Die Distanz zum Dorfkern war kein Thema mehr."

Umzug

"Im Januar 2021 bin ich als dritte Bewohnerin eingezogen. Ich habe mich seit dem ersten Tag wohl gefühlt. Ich kann meinen eigenen Lebensrhythmus gestalten und bin gleichzeitig wohl umsorgt durch eine super Mannschaft. Ich haben meine ganz persönlichen Ruhe- und Rückzugsinseln und nehme an der Gemeinschaft teil, wie es gerade für mich stimmt. Wir teilen den Alltag, soweit es mir gefällt und es möglich ist. Am Morgen stehe ich meistens so um acht bis acht Uhr dreissig auf und bewege mich zum grossen Esstisch im Küchenbereich. Ich mache das, was ich selber noch machen kann, wie zum Beispiel meinen Frühstückskaffee oder das selber abschneiden von Brot, wenn’s nicht geht, wird geholfen. Dies ist ein grosser Vorteil, wenn man selber aktiv mitgestalten kann, es macht den Alltag so einfach, individuell und ich werde nicht fremdbestimmt. Die Mitarbeiter sind hier stets sehr präsent."

Gemeinschaftsgefühl

"Was ich sehr schätze, ist die gegenseitige Wertschätzung und dass Mitarbeitende und Mitbewohner ein offenes Ohr haben. Wir haben doch immer wieder Themen oder Sorgen im Alltag, die man gerne besprechen möchte und hier spüre ich eine aktive und konstruktive Kommunikation. Durch die kleine Wohnform ist automatisch die soziale Beziehung zu den Mitbewohnern und Mitarbeitern stärker vorhanden. Wir helfen uns gegenseitig und der Austausch über das tägliche Befinden ist in diesem familiären Rahmen vorhanden. Das ist eine sehr gute Voraussetzung für uns ältere Menschen. Dass es einem im Alter gut geht, ist nicht selbstverständlich.

Wir besprechen zum Beispiel gemeinsam am Tisch den Menüplan, was und wie gekocht wird. Hier kann man immer wieder Veränderungen anbringen, aber auch im Alltag mitwirken beim Rüsten, Kochen oder sonstigen Haushaltstätigkeiten. Ich bin auch gerne unterwegs, draussen spazieren, zum Mattenhof Bahnhof, zum Schrebergarten oder sogar zum Pilatusmarkt. Ich treffe Bekannte, sitze und beobachte das Alltagsleben, die Umgebung ist schön und es läuft was. Meine geschätzten und geliebten sechs Kinder kommen immer wieder auf Besuch oder wir unternehmen etwas. Jetzt mit dem neu eröffneten Bistro «4 Jahreszeiten», können wir auch noch auf kurzer Distanz auswärts essen gehen, obwohl es eigentlich nicht sein müsste, da das Essen auf der Wohngruppe sehr fein ist. Ich möchte auch erwähnen, dass ich es sehr gut finde, dass alle Mitarbeitenden alles machen. Obwohl es klar ist, dass sie in einem Gebiet eine spezifische fachliche Verantwortung haben, sind alle über alles informiert und es gibt keine Trennung von Aufgaben. Das finde ich eine sehr hohe Qualität, die Kommunikation ist dadurch gut, einfach und führt nicht über unterschiedliche Instanzen. Der Alltag ist so normal und das macht es aus, man kann sich einbringen und die sozialen Beziehungen werden bewusst gepflegt

Ich kann die älteren Menschen nur aufmuntern, vorbei zu kommen und direkt am Ort, im Adagio, zu schauen, wie schön und gut es hier ist und sich nicht von irgendwelchen Bildern leiten lassen."